In Belgien gibt es eine Gruppe von Modellbahnern, die sich ganz auf den Bau und die Gestaltung von Modellbahnanlagen in Spur 0 spezialisiert haben. Die Mitglieder nennen sich „Spur Null Team Belgien“ („Spoor-0-Team België“) und besteht aus Eisenbahn- und Straßenbahn-Liebhabern, die alle die gleiche Leidenschaft für Modelleisenbahnen im Schmalspurmaßstab 1/43,5 mit einer Spurweite von 22,5 mm teilen. Das Hauptinteresse der Mitglieder gilt der Konstruktion von maßstabsgetreuen Modellen, Dioramen und Modellanlagen, die so authentisch wie möglich aussehen sollen und durch einen Hauch verspielter, witziger Fantasie bereichert werden.
Im Jahre 2009 entstand die Idee, eine Straßenbahn-Modellanlage zu bauen, die einst in der Ziegelbrennerei-Region zwischen Antwerpen und Mechelen in den 1960er Jahren existierte. Nun muss man wissen, dass insbesondere die Belgische Eisenbahngeschichte sehr stark von Straßenbahnen geprägt war. Im 20. Jahrhundert gab es in Belgien unzählig viele Straßenbahnlinien, die „Buurtspoorwegen” genannt wurden. Diese wörtlich übersetzten „Nachbarschaftsbahnen“ erstreckten sich kreuz und quer durch das ganze Land, so dass fast jedes Dorf und fast jede kleinere Stadt über Straßenbahnen miteinander verbunden waren.
Die Nationale Gesellschaft für Kleinbahnen (niederländisch: „Nationale Maatschappij van Buurtspoorwegen“, abgekürzt NMVB, bzw. französisch: „Société Nationale des Chemins de fer Vicinaux”, abgekürzt SNCV) war ein staatlicher Verkehrsbetreiber, der ein großes Netzwerk von Schmalspur-Straßenbahnen in Belgien betrieb, welches das gesamte Land - einschließlich der ländlichen Gebiete - abdeckte. Das Schienennetz der Straßenbahnen hatte eine größere Streckenlänge als das der regulären Eisenbahn. Zum Einsatz kamen sowohl elektrifizierte Straßenbahnen als auch Dampfstraßenbahnen bzw. Diesel-Straßenbahnen, da etwa nur die Hälfte der Schmalspurstrecken elektrifiziert war.
Insofern ist es also völlig normal, wenn belgische Modellbahner in die Eisenbahn-Romantik verfallen, dass sie zuerst an Straßenbahnen, Trams und Schmalspurbahnen denken. Unter der Führung von Eric van Hemelrijck und Marc van Nieuwenhove entstand nun eine wirklich einzigartige Straßenbahnanlage, die etwa 3,60 x 3,60 Meter groß ist und aus drei separaten Dioramen besteht, wobei jedes Diorama einen extrem hohen Detaillierungsgrad aufweist, aus schönen Landschaften mit ganz eigenem Charakter besteht und typische Originalszenen beinhaltet.
Das erste Diorama zeigt einen Teil der Strecke zwischen Rumst und Terhagen in Belgien. Es gibt eine Ziegelei, eine industrielle Schmalspurbahn und ein Café an der Ecke, wo die Ziegelarbeiter ihren Wochenlohn erhielten. Eine Reihe von Arbeiterhäusern, ein Bahnübergang für die Straßenbahn und eine verfallene Bäckerei wurden anhand von Fotos aus dieser Zeit nachgebaut. Das zweite Diorama zeigt das Zentrum der Stadt Terhagen mit einer Reihe von Wohnhäusern. Auf der Straße vor den Wohnhäusern, wo sich eine Doppelhaltestelle für die Straßenbahnen befindet, wird das Alltagsleben mit humorvollen Szenen dargestellt. Das dritte Diorama ist L-förmig angeordnet und repräsentiert ein vereinfachtes Modell der Straßenbahnhaltestelle in Rumst in Belgien. Das Bahnhofsgebäude ist eine exakte Kopie des heute noch existierenden Gebäudes. Im Hintergrund befinden sich das Straßenbahndepot und einer alter Wasserturm, der damals für die Dampfstraßenbahnen benötigt wurde.
Die Gebäude, Häuser, Gleise und Signale sind nicht im Handel erhältlich, daher wurde alles von Hand gebaut. Marc van Nieuwenhove spezialisierte sich auf die Nachbildung der Häuser, während sich Eric van Hemelrijck um den Bau der Straßenbahnhaltestellen, des Wasserturms und des Depots kümmerte. Alle Gebäude sind genau nach den vorhandenen Plänen maßstabsgetreu nachgebaut worden. Die wichtigsten verwendeten Materialien waren Karton und Hartschaumplatten, die mit Klebefolien von Redutex überzogen und veredelt wurden.
Die Oberleitungsmasten wurden von Jan van Tassel entworfen. Die typischen Signale wurden von Gustaaf de Meester entworfen. Das eingleisige Signalsystem funktioniert vollständig nach dem ursprünglichen Standard der Nationalen Gesellschaft für Leichtbahnen in Belgien mit Hauptsignal und Doppelsignal. Die Modellanlage wird digital mit dem DCC-System Z21 von Roco gesteuert. Die individuelle Steuerung von Modelltram und Modellstraßenbahn erfolgt über Mobiltelefone, die als Fahrregler dienen.
Video bei YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=I9ZVThJmWUQ





























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